Die österreichische Glückspartei

Year 2006
Team Marianne Pührerfellner, Helmut Küblböck

2006 fanden die 22. Nationalratswahlen in Österreich statt. Mittlerweile ist in Österreich der Verlauf zwischen den einzelnen Parteien fließend. Die Grenzen sind verschwommen. Erste Authentizitätskrisen und ein starker Ruck in eine populistische Richtung irritieren die Bevölkerung. Die Bereitschaft sich in Links-Rechts-Dimensionen politisch zu definieren ist in den europäischen Ländern noch immer sehr hoch. Stützen sich die Parteien bei Ihren Parolen noch auf ihre ursprünglichen Grundideale? Oder sind sie nicht schon längst Opfer marktorientierter und wählerstimmenoptimierter Slogans?

Die Wahlkampfstrategie der österreichischen Glückspartei lautete: „Deine Meinung ist unser Programm.“ Das Herzstück der Partei bildete die „Wahlmaschine“ – eine virtuelle Meinungsbibliothek. Über ein Online-Interface gaben BenutzerInnen ihre Meinungen zu bestimmten Themengebieten ein. Aus der Summe aller Meinungen generierte die Wahlmaschine per Zufall, als unbestechliches und neutrales Element, die aktuellen Parteistandpunkte. Diese Standpunkte wurden bei Veranstaltungen und Aussendungen von unserem Spitzenkandidaten vertreten.

Am 25. August 2006 wurden bei einer Schlussveranstaltung die Listenplätze für die Kandidatur verlost. Helmut Küblböck legte sein Amt zurück. Neue Spitzenkandidatin wurde Dominka Meindl. – Sie hatte sich über ein Zeitungsinserat für die Kandidatur beworben. Interessant waren auch die Motivationsgründe unserer BewerberInnen für die Kandidatur zur Nationalratswahl. Das Spektrum reichte von politischen Motiven über eine Protesthaltung bis hin zu rein monetären Aspekten. Die österreichische Glückspartei trieb in ihrem Wahlkampf populistische Tendenzen auf die Spitze und führte diese gleichzeitig ad absurdum.